
Der Veranstalterkreis des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises beruft jeweils vier Fachjurys ausgewiesener Menschenrechts- und Filmexpert_innen. Aufgrund der hohen Zahl von Einreichungen werden den Jurysitzungen Auswahlkommissionen vorgeschaltet. Diese Auswahlgremien setzen sich aus Vertreter_innen des Veranstalterkreises zusammen und erstellen eine Nominiertenliste (Shortlist) für die Fachjurys unter dem Blickwinkel der thematischen Relevanz der Filme.

© privat
Anke Leweke ... studierte Rechtswissenschaften, erste Filmkritiken bei dem links-alternativen Sender radio100 in Berlin. Seit 1992 tätig als freie Filmjournalistin bei print (taz, die Zeit, Berliner Zeitung, Basler Zeitung), Radio ( radioeins Deutschlandradio Kultur und Fernsehen (WDR, SR, 3sat). Von 2001 -2019 Mitglied im Auswahlkomitee der Berlinale (Wettbewerb und Forum) und als Delegierte zuständig für das iranische Kino, Programmberaterin der Festivals in Hongkong und Shanghai.

© Aljaž Fuis
Steffi Niederzoll ... studierte audiovisuelle Medien an der KHM Köln sowie an der EICTV in Kuba. Ihre Kurzfilme wurden auf renommierten internationalen Festivals, darunter die Berlinale, gezeigt. Neben ihrer Arbeit als Filmemacherin ist sie auch im Bereich interdisziplinärer Kunst aktiv und war Teil des Künstlerkollektivs „1000 Gestalten“, das während des G20-Gipfels in Hamburg internationale Aufmerksamkeit erlangte. Gemeinsam mit Shole Pakravan veröffentlichte sie 2023 das Buch Wie man ein Schmetterling wird. Mit Sieben Winter in Teheran realisierte sie ihren ersten langen Dokumentarfilm und ihr Regiedebüt. Für den Film wurde sie 2024 mit dem Deutscher Menschenrechts-Filmpreis in der Kategorie Langfilm ausgezeichnet.

© Andreas Becker
Pagonis Pagonakis… studierte Journalistik und Literaturwissenschaften an der Universität Dortmund. Parallel dazu absolvierte er eine Volontärausbildung beim WDR (u.a. in der Redaktion MONITOR). Er ist als Autor und Regisseur für verschiedene öffentlich-rechtliche Sendeanstalten (ARD, ZDF, ARTE) tätig. Seit 2008 gehört er zur Jury des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises und wurde 2006 für seinen Film „Tod in der Zelle – Warum starb Oury Jalloh?“ selbst mit dem Preis geehrt. Weitere Filme: „Die US-Präsidenten und der Krieg“ (2017), „Gefährliche Helfer. Sexuelle Gewalt durch UN-Soldaten (2013) oder „Martin Luther King – Ein Staatsverbrechen“ (2004).

© Alice Vogel, Vogelwild
Dr. Silvia Tiedtke ... ist Literatur- und Kommunikationswissenschaftlerin mit Studium in Bamberg, München und Swansea, Wales. Nach ihrer Promotion in deutscher Literaturwissenschaft koordinierte sie unter anderem ein internationales Doktorandenkolleg an der Ludwigs-Maximilian-Universität München, unterrichtete englische Literatur, organisierte an den Kammerspielen in München ein Symposium über Susan Sontag und veröffentlichte den Sammelband „Radikales Denken. Zur Aktualität Susan Sontags“. Seit 2018 ist Silvia Tiedtke beim FilmFernsehFonds Bayern tätig. Sie betreut als Förderreferentin die Bereiche Stoffentwicklung (Kinofilm und Serie, Treatmentförderung), Gender Incentive sowie Projektentwicklung (Kinofilm) und ist Beauftragte für Diversität.

© Bayerischer Rundfunk
Rüdiger Baumann …arbeitet als Fernsehjournalist, Moderator, Reporter, Filmautor und Redakteur beim Bayerischen Rundfunk. Zuvor war er Korrespondent in diversen ARD-Auslandstudios und berichtete aus Kriegs- und Krisenregionen, z.B. über den Kosovo- und den Irakkrieg, Konflikte im Gaza-Gebiet, aus Erdbebenregionen oder von der Finanzkrise in Griechenland. Neben dem Bayerischen Fernsehpreis wurde er dafür mit dem Herbert-Quandt-Journalisten-Preis und dem Preis des Bayerischen Journalistenverbands geehrt.

© Daniel Keil
Tamina Kutscher ... arbeitet als freie Journalistin und Dozentin zu Medien, Kultur und Gesellschaft mit Schwerpunkt Russland sowie Mittel- und Osteuropa. Von 2016 bis 2023 war sie Chefredakteurin der vielfach ausgezeichneten Medien- und Wissenschaftsplattform „dekoder – Russland und Belarus entschlüsseln“ (u. a. Grimme Online Award 2016 und 2021).
Sie ist Lehrbeauftragte im Studiengang Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal und engagiert sich im Fachbeirat der Bundesstiftung Aufarbeitung, im Vorstand des internationalen Journalistennetzwerks n-ost sowie als Vorstandssprecherin bei Reporter ohne Grenzen (RSF Deutschland). Gemeinsam mit Mandy Ganske-Zapf initiierte sie zudem das bundesweite Workshop-Projekt #UnfollowPropaganda, das Aufklärung über russische Propaganda und Desinformation mit Medienkompetenz sowie landeskundlichem Wissen zur Ukraine und zu Russland verbindet.“

© Annette Etges
Najima El Moussaoui … ist freie Fernsehjournalistin und Moderatorin. Sie hat für die meisten großen Sender gearbeitet (u.a. für ntv, DW, WDR, ZDF) und moderiert Veranstaltungen zu gesellschaftspolitischen Themen.
Nach dem Studium der Soziologie, Islamwissenschaften und Germanistik in Köln, Aachen und Madrid hat sie beim Nachrichtensenders ntv ein Volontariat absolviert. Als Autorin hat sie Nachrichten- und Magazinbeiträge sowie Reportagen realisiert. Najima engagiert sich für mehr Diversität in den Medien, sie war Vorstandsmitglied bei den “Neuen deutschen Medienmacher*innen e.V.”.

© Caroline Walter - privat
Caroline Walter … arbeitet als freie investigative Journalistin in Berlin. Zuvor war sie 20 Jahre feste Autorin beim ARD-Politikmagazin „Kontraste“ und danach Redakteurin beim ARD-Magazin „Panorama“. Seitdem wirkt sie an Buchprojekten mit, realisiert TV-Dokumentationen und moderiert Podiumsdiskussionen. Bereits 2012 hat sie mit einem Selbstversuch auf die Situation von Geflüchteten aufmerksam gemacht. Für ihre Recherchen zu Rechtsextremismus und zur Asylpolitik wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Europäischen „CIVIS-Medienpreis“ und „Deutscher Menschenrechts-Filmpreis“.

© Uwe Schinkel
Christian Exner … hat an der Universität Bielefeldt Erziehungswissenschaft und Kunstpädagogik studiert. Er ist wissenschaftlich pädagogischer Mitarbeiter im Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum. Außerdem ist er Redakteur zweier Websites mit Filmkritiken für Kinder- und Jugendliche. Er wirkt in verschiedenen Festival-Programmkommissionen, Jurys und Filmfördergremien mit und ist Autor wissenschaftlicher Buch- und Zeitschriftenbeiträge über die Themen Kinderfilm, Jugendfilm und Filmbildung.

© privat
Bella Gurevich …wird in Moskau geboren und verbringt dort ihre Kindheit. Bereits während ihres Medienstudiums in Hamburg arbeitet sie beim NDR und bei ProSieben und verfolgt ihre schauspielerische Laufbahn. Das Schauspiel führt sie schließlich auch nach Hong Kong und Los Angeles.
Sie führt regelmäßig Filmworkshops für (u.a. geflüchtete) Kinder, Jugendlichen und Studierende durch.
Später promoviert sie in Filmwissenschaft, und ist wiederkehrende Dozentin an der Hochschule Hamburg und Leiterin des Bettermakers-Filmfestivals der Hamburger Initiative für Menschenrechte. Heute ist sie außerdem Vollzeit-Autorin für das ZDF-Format „der Biograph“.

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Ali Samadi Ahadi … wurde 1972 in Tabriz, Iran, geboren. Nach seinem Schulabschluss in Kassel studierte er Visuelle Kommunikation an der Universität Hannover sowie Sozialwissenschaften und Design für elektronische Medien.
Als Regisseur, Autor und Produzent realisierte er zahlreiche Kino- und Familienfilme, darunter die Komödie „Salami Aleikum“, für die er 2009 den Preis der Deutschen Filmkritik für das beste Spielfilmdebüt erhielt, sowie „45 Minuten bis Ramallah“, „Die Mamba“ und mehrere erfolgreiche Verfilmungen der „Pettersson und Findus“-Reihe. Für „Pettersson & Findus – Das schönste Weihnachten überhaupt“ wurde er 2017 mit dem Deutschen Regiepreis METROPOLIS ausgezeichnet.
2024 erschien sein politisches Drama „Sieben Tage“ über eine iranische Menschenrechtlerin und ihre Familie. Der Film feierte seine Premiere auf dem Toronto International Film Festival und wurde auf mehreren internationalen Festivals ausgezeichnet.

© Guenter Distler
Ella Schindler …ist Redakteurin im Verlag Nürnberger Presse und verantwortet dort die Volontärsausbildung. Vor ihrer journalistischen Tätigkeit studierte sie Sozialpädagogik und war in England berufstätig. Sie hat medienorientierte Lehraufträge an der Evangelischen Hochschule Nürnberg und an der Technischen Hochschule Nürnberg. Als Co-Vorsitzende der Neuen deutschen Medienmacher*innen (NdM) macht sie sich für mehr Diversität in den Redaktionen und eine diversitätsbewusste Berichterstattung stark. Sie ist Mitglied im Kuratorium des Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrums sowie im Kuratorium für Vielfalt und Zusammenhalt der Stadt Nürnberg. Für ihr langjähriges Engagement für die vielfältige Gesellschaft wurde sie 2024 mit dem Frauenpreis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet.

© Helia Jafarzadeh
Michael Jahn … verantwortet bei dem Netzwerk für Film- und Medienkompetenz VISION KINO die SchulKinoWochen, die in allen 16 Bundesländern mit Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Filmförderungsanstalt, der Länder und der Filmwirtschaft stattfinden. Mit über 850 teilnehmenden Kinos und jährlich rund 1 Million Anmeldungen gehören die SchulKinoWochen zu den erfolgreichsten Programmen der Medienbildung in Europa.

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Marina Khanide ... arbeitet als Ausbildungstrainerin für internationale Programme zu Diversität, Demokratie und Menschenrechte und konzipiert sowie begleitet Aus-, Fort- und Weiterbildungen in diesen Bereichen. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf diskriminierungskritischer Bildungsarbeit sowie dem Einsatz kreativer und partizipativer Methoden, darunter auch die pädagogische Arbeit mit Filmen. 2006 veröffentlichte sie gemeinsam mit K. Giebeler das Handbuch „Ohne Angst verschieden sein“. Derzeit ist sie Geschäftsführerin der Konferenz evangelischer Freiwilligendienste bei der EKD.

© Jens Jeske
Petra Maria Müller … ist Evangelische Theologin mit kirchlichem Examen; medienethische Untersuchung zu audiovisuellen Gewaltdarstellungen am Lehrstuhl für systematische Theologie/Ethik von Prof. Dr. Wolfgang Huber in Heidelberg; diverse Publikationen in diesem Bereich.
1994-97 Ständige Vertreterin der Obersten Landesjugendbehörden bei der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft in Wiesbaden.
1997-2000 Aufbau und Leitung von jugendschutz.net, Zentralstelle der Länder für Jugendschutz im Internet in Mainz.
Seit 2000 Redakteurin von Unterrichtsmedien im FWU, Medieninstitut der Länder in Grünwald: Programmbereichsleiterin Geistes-/Sozialwissenschaften und Berufsbildung.

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Prof. Dr. Johannes Rüster ... ... ist Studiendirektor am Gymnasium Fridericianum sowie am Institut für Praktische Theologie der FAU Erlangen-Nürnberg. Sein besonderes Interesse gilt der phantastischen Literatur sowie Comics und Kinder- und Jugendliteratur und -medien, besonders im Blick auf Fragen der Didaktik unter den Vorzeichen gegenwärtiger Religiosität.

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Dr. Frauke Teichmann ... ist Gymnasiallehrerin in München für Deutsch und Evangelische Religionslehre sowie Lehrbeauftragte im Bereich der Deutschdidaktik. Bis 2024 war sie als abgeordnete Lehrkraft an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Literatur- und Mediendidaktik, insbesondere im literarischen Lernen, in digitaler Bildung und in erinnerungskulturellen Vermittlungsformen. In Forschung und Lehre befasst sie sich unter anderem mit digitalen Zeitzeugnissen, Holocaust Education und dem Potenzial von Medien, junge Menschen zu Reflexion, Empathie und eigenständiger Urteilsbildung anzuregen.

Zum Deutschen Menschenrechts-Filmpreis können Produktionen eingereicht werden, die sich mit der Idee der Menschenrechte bzw. deren Umsetzung, Schutz und Verletzung auseinandersetzen.
Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis ist ein Regie-Preis. In sechs Kategorien wird jeweils eine Preisträgerin bzw. ein Preisträger geehrt. Zugelassen sind Filme in deutscher Sprache oder deutsch untertitelt (oder ohne Dialog) aller Genres. Die Filme müssen nach dem 31.12.2021 fertiggestellt worden sein. Für den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis gelten aktuell folgende Kategorien:
Langfilm (Produktionen von professionellen Filmemacher*innen)
• professionelle Produktionen, alle Genres
• mindestens 46 Minuten Spiellänge
• dotiert mit 2.500 Euro und einer individuell gestalteten Preisstatue
Kurzfilm (Produktionen von professionellen Filmemacher*innen)
• professionelle Produktionen, alle Genres
• maximal 45 Minuten Spiellänge
• dotiert mit 2.500 Euro und einer individuell gestalteten Preisstatue
Magazin (Produktionen von professionellen Filmemacher*innen)
• professionelle Kurzbeiträge bis 15 Minuten, z. B. journalistische Produktionen aus Nachrichtensendungen, Magazinen und Einzelbeiträge in TV oder Web
• dotiert mit 2.500 Euro und einer individuell gestalteten Preisstatue
Hochschule
• Produktionen von Studierenden an Filmhochschulen, Medien- oder Kunstakademien
• keine Begrenzung der Spiellänge
• dotiert mit 2.500 Euro und einer individuell gestalteten Preisstatue
Non Professional
Bildungspreis
Der/die Preisträger*in wird aus den Einreichungen aller Kategorien ermittelt. Ausgezeichnet wird ein Film, der sich besonders zum Einsatz in der Bildungsarbeit eignet. Das FWU – Institut für Film und Bild stiftet das Preisgeld. Zudem wird der Preisträgerfilm durch das FWU als didaktisches Unterrichtsmedium veröffentlicht.